Was hier nun, mit der Herausgabe ausgewählter Passagen aus seinen umfangreichen „Vorlesungen über die Philosophie des Lebens“ (1828 ersterschienen) präsentiert wird, ist seine lebensphilosophische Theorie, also seine „Lebensphilosophie“ im engeren Sinn: und diese hat er v. a. in der ersten Vorlesung über die „Philosophie des Lebens“ niedergelegt. Diese Vorlesung enthält keimhaft das gesamte lebensphilosophische Programm wie es später von Lebensphilosophen wie Henri Bergson, Wilhelm Dilthey, Georg Simmel und Ludwig Klages entfaltet werden sollte. Auch taucht der Begriff der Lebensphilosophie bzw. „Philosophie des Lebens“ hier überhaupt erstmals in genau jener Bedeutung auf, die dann später von den großen Lebensphilosophen in den Vordergrund gerückt werden sollte: Lebensphilosophie als „Philosophie des Erlebens“, als „Lebenserfahrungs-Wissenschaft“. Das schlegelsche Unterfangen, expressis verbis solch eine „Philosophie des Lebens“ zu begründen und methodisch gegen eine „Philosophie der Schule“ abzugrenzen, stellt etwas völlig Neues und in dieser Art zuvor nicht Dagewesenes dar.

Friedrich Schlegel (1772-1829), einer der bedeutendsten Romantiker, war ein vielseitig interessierter, umfassend gebildeter und romantisch schweifender Geist. Er war in einer Person: Literaturwissenschaftler, Dichter, Romanschriftsteller, Herausgeber, Kunstkritiker, Ästhetiker, Historiker, Religionswissenschaftler und Lebensphilosoph.

ISBN 3-937656-03-0

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